Die Decke des Schweigens……ein Bericht aus Breklum

Anfang November veranstaltete die GGE ein Wochenende in Breklum zum obigen Thema.
Neben dem Autoren des gleichnamigen Buchs Jobs Bittner und seinem Team aus Tübingen, zeichnete das Ehepaar Clausen mit seinen Mitarbeitern für dieses Wochenende verantwortlich.
Vor einem hochmotiviertem Publikum legten Jobs Bittner und Claudia??
dar, welch fatale tiefgreifende Folgen das Verschweigen von Kriegsschuld für das deutsche Volk heute hat.
Mit Beendigung des zweiten Weltkriegs war zwar das Ende der Kämpfe gekommen, aber eine neue Art von Kampf und Leid hat sich wie eine Decke über unser Volk gelegt. Eine Decke des Schweigens aus Angst, Scham und Not, die die nachfolgende Generation stark verunsichert und verformt hat.
Wenige Menschen hatten die Möglichkeit, mit Eltern oder Großeltern offen über die Kriegsereignissen und den Holocoust, über die persönliche Beteiligung der Familienmitglieder zu sprechen. Es war ein Tabuthema, das man hinter sich lassen wollte. Die ungefragten Fragen standen zwischen den Generationen und bewirkten eine seltsame Art von Befangenheit (in den Klauen) Unfreiheit, Verstummen, Auflehnung, Gewalt, Hilflosigkeit.
Nicht viel anders ergeht es den Menschen, in deren Familie das Thema immer wieder besprochen wurde. Unfassbar grausame Bilder und Erlebnisse wurden weitergegeben, aus denen es scheinbar kein Entrinnen gab. So wurden die Kinder der Kriegsgeneration indirekt zu Kriegsteilnehmern. Die Eltern konnten den Kindern keinen Weg aus dem Grauen zeigen, in dem sie selbst noch steckten. Auch dort wurde vieles “ geschluckt“ und auch dort legte sich eine Decke aus Unfreiheit auf die Familien.
Die dann folgende Generation, die Enkel der unmittelbar vom Krieg Betroffenen, wurden also von Eltern erzogen, die unter den Auswirkungen des Krieges und des Holocoust in zweiter Generation gelitten haben.
Was können sie weitergeben? Sie, denen nicht einmal bewußt war, welche schwere Last auf ihnen liegt?
Ein Häufung von Depressionen, unklaren Ängsten, Verzweiflung, Selbstbeschränkung, Aggression, Mutlosigkeit,Müdigkeit u.a. zeigte sich, für die es vorerst keine Erklärung gab.
Sei 8 Jahren arbeiten Jobst Bittner und sein Team an diesem Thema und deckten unsägliches Leiden und tiefe Verzweiflung in den nachfolgenden Generationen auf, deren Lösung unmittelbar mit dem Kriegsgeschehen zusammenhängt.
Ich selber habe diese Macht erst in diesem Jahr beim Marsch des Lebens erkannt. Ich wußte nicht, welche Bedeutung das Verhalten meiner Eltern und Großeltern auf mich hat. Das Erkennen dieser dunklen Last und das Lösen hiervon haben mein Leben in sicht- und spürbar neue klarere Bahnen geführt.
Ich bin unendlich dankbar, in meinem Alter eine ganz neue Leichtigkeit und Kraft zu spüren.
Danke, ihr lieben Clausen’s für alle Mühe! Danke für die kompetenten Mitarbeiter und die vielen Gebete!
Danke Herr, dass Du uns immer wieder eine neue Chance zum Reifen gibst.
Danke, dass ich endlich Ereignisse in meinem Leben einordnen kann, dass keine Vorwürfe mehr angebracht, sind sondern Erbarmen und Vergebung.
Liebe Britta und lieber Peter. Auf der Rückfahrt von Breklum bin ich angefangen zu schreiben und kam jetzt erst zum Ende.
Ich wollte so gern eine Zusammenfassung schreiben, weil es mir wichtig ist, dass ihr hört, dass sich eure Arbeit „gelohnt“ hat.
Das kann ich euch von den anderen Frauen aus Rahlstedt auch sagen, die mit in Breklum waren.
Ich hoffe, eurer Tochter geht es mittlerweile besser!!
Herzliche Grüße aus HH auch von Gert. Katja

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