Rentner on tour

Nachdem sich für Gert der Eintritt in die Rentnerzeit durch das Vierteljahr „angehängte Arbeitszeit“ in der Firma etwas verschoben hatte, war es nun fast soweit, dass das „Lotterleben“ als Rentner beginnen konnte.

Da erreichte ihn die Anfrage, ob er zum Thema „Christ und Beruf“ einen Vortrag bei dem Männerfrühstück der Wicherngemeinde in Neumünster halten könnte.
Das war eine interessante Forderung  zum Ende der Arbeitszeit.
So hatten wir die unerwartete Situation,uns in völlig anderer Form als gedacht, von Gert’s Beruftätigkeit zu verabschieden.
Im „Brainstorming“ sammelte jeder für sich die Punkte, die ihm zum Thema einfielen. Und dann begannen die „Sitzungen“, in denen wir mal eben eine Zusammenstellung der wichtigsten Punkte machen wollten!
Das wurde eine spannende Sache. Wir stellten fest, dass nichts, außer natürlich der Geburt unserer Töchter, unser Leben so verändert hat, wie unsere Lebensübergabe an Jesus.
Nicht nur privat begann ein völlig neues Leben, sondern auch in der Firma wurden die Prioritäten neu gesetzt. Gert ging mit „JESUS IS MY BOSS“ auf dem Pulli zum Dienst, ein Kreuz kam auf den Schreibtisch und so langsam stand der normale Arbeitstag Kopf.Viele Kollegen schüttelten diesen wegen Gert’s Veränderung. Andere fragten und waren neugierig. Damals wurden viele Gespräche auf der Schreibtischkante geführt. Plötzlich outeten sich Christen und es wurde ein Gebetskreis gegründet.

Nicht bei jedem Vorgesetzten wurde diese Veränderung mit Wohlwollen gesehen und es gab kritische Nachfragen und Ausgrenzungen.

Ganz neu wurde die Situation noch einmal betrachtet, als ihm wenige Jahre vor Beendigung seiner Arbeitszeit die Kündigung drohte. Auch in dieser Situation hat er keinen Zweifel daran gelassen, wer sein eigentlicher Boss ist und dass er sich im Namen dieses Herrn gegen die Kündigung wehren wird. Auch das machte, insbesondere jüngere Kollegen, wieder sehr fragend und ermutigte sie, sich gegen Reglementierungen zu wehren.

All‘ dieses und noch mehr hat Gert bei dem Männerfrühstück erzählt und wieder einmal festgestellt, wie sehr auch Männer das Gespräch brauchen.

In der Wicherngemeinde gibt es viele Männer, die aktiv mitarbeiten. Das war beeindruckend zu hören. Wenn Papa in der Gemeinde arbeitet, gehen Kinder mit, weil sie von vornherein ihren wichtigen Platz in der Gemeinde haben und auch gern den Samstag mit Papa verbringen wollen. So kommt es, dass die Gemeinde 150 Kinder und Jugendliche hat, die sich mehrfach in der Woche treffen und Programm haben.

Für mich taucht immer wieder die Frage auf, weshalb wir so wenig aktive Männer in unserer Gemeinde haben. Dabei wäre es so gut, wenn unsere Frauen, die nun schon so viele Jahre den Dienst für uns tun, einmal Entlastung erfahren würden. Vielleicht würde es dann auch einen neuer Impuls in der Gemeinde geben.

Ein großes Gebetsanliegen.

So, das sind meine Gedanken zu Gert‘ s Frage, ob wohl etwas zu dem Vortrag auf unserer Seite erscheinen sollte.
Katja Müller

Ein Gedanke zu „Rentner on tour

  1. Zunächst fand ich den Eingang zum Gemeindehaus der Wichernkirche nicht. Ich rief deshalb dort noch einmal an und wurde dann sehr freundlich abgeholt und begrüßt. Auf meine Frage, wieso es keine Hinweise für die Besucher gäbe, sagte man mir, dass nur Männer aus der Gemeinde kommen. Wie viele kämen, wollte ich wissen. Nun, 42 hätten sich angemeldet. Wenn ich das nur bei uns sagen könnte ….
    Noch schöner fand ich dann, dass sogar Väter mit den Söhnen da waren.
    Noch einmal vielen Dank für die erfüllte Gemeinschaft. Gert

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