Leitbild für unsere Gemeinde

Am Sonntag, den 14. November fand unsere diesjährige Gemeindeversammlung statt. Ein wichtiges Thema war die Findung eines Leitbildes für die vier fusionierten Gemeinden.

Dies hier ist der Versuch, eine Diskussion zu starten, um die verschiedenen Aspekte zu erörtern.

Margits Wortmeldung in der Versammlung begann mit dem bekannten Wort von Martin Luther King „I Have a Dream …“

Unsere Diskussion beginnt mit einem Zitat aus der Zeitschrit „AUFATMEN 3/2010; Bundes-Verlag, Dieter Martschinke, Seite 48 ff“. Herr Martschinke war Pastor der FeG Holstenwall.

EIN NEUES BILD VON GEMEINDE

Das Geheimnis einer christusgemäßen Gemeinschaft liegt in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Natürliche Gemeinschaften leben von der Solidarität ihrer Mitglieder unter dem zeitweiligen Verzicht auf Individualität. Man einigt sich auf gemeinsame Ziele, vielleicht auch auf gemeinsame Feinde. Man versteht sich in bestimmten Bereichen und entwickelt daraus Formen und Ziele des Miteinanders. Die Grundlage des Zusammenseins beruht zumeist auf Sympathie.

Die Gemeinschaft von Christen geht über diese menschlichen Voraussetzungen hinaus. Was sie verbindet, ist die gemeinsame Anteilnahme und Anteilhabe an demselben Geist Christi. Es ist eine Gruppe von Menschen, die sich von Gott geliebt weiß und die aus Selbstentfremdung den Weg in eine neue Freiheit gefunden hat. „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ (2. Korinther 3,17).

Merkmal dieser Gemeinschaft der Freien ist neben der Liebe der angstfreie Raum, den sie schafft. Natürlicherweise existiert kein angstfreier Raum. Überall, wo Menschen zusammenkommen, summieren sich auch die Ängste, die die einzelnen mitbringen. Hier liegt eine große Herausforderung für die Gemeinde. Angst kann nicht wegbefohlen, sie kann aber abgebaut werden. Voraussetzung zum Angstabbau ist, einen Raum zu eröffnen, in dem die Möglichkeit besteht, Ängste, Fehler, Sünden, die eigenen Schattenseiten zugeben zu dürfen und darüber sprechen zu können. So werden Menschen ermutigt, über ihre Ängste und Schwächen reden und sie zugeben zu können.

Um einen solchen angstfreien Raum zu ermöglichen, sind einige Grundeinstellungen hilfreich, die wir schon bei Jesus sehen. Zunächst die Grundeinstellung des Nichtrichtens. Wer richtet, verlagert die Eigenproblematik nach außen, setzt den Eigenmaßstab absolut  und nimmt den anderen in seiner Art und Entwicklung nicht ernst. Richten nimmt auch Gottes Geist nicht ernst, der in jedem einzelnen sein Werk hat und ihm zum Leben und zur Entfaltung verhelfen will.

Eine weitere Grundeinstellung ist die Barmherzigkeit. Wer an sich selbst erlebt hat, dass auch er nicht ohne Fehler ist und Barmherzigkeit nötig hat, wird dankbar sein für einen angstfreien Raum, in dem sich Menschen immer wieder vor Gott selbst finden können. Gemeinden, die einen solchen Raum der Freiheit offen halten, erkennt man: Menschen gehen getroster weg, als sie gekommen sind.

8 Gedanken zu „Leitbild für unsere Gemeinde

  1. Hallo,

    vieles fällt einem erst hinterher ein. Es wird ja immer viel von der Vielfalt in unserer Gemeinde gesprochen, und das ist ja auch berechtigt und erfreulich. Wie steht es mit der Einheit? Nur so als Anregung.

    Margit

    • Liebe Frau Schulte,
      wichtig ist eben beides miteinander in Beziehung zu setzen: Einheit in Vielfalt oder versöhnte Verschiedenheit. Diese Modelle der gelebten Ökumene können gut auch auf das Leben einer solchen fusionierten Großgemeinde wie in Alt-Rahlstedt übertragen werden. Ich danke für die Anregung durch das inspirierende Leitbild.
      Ihr und Euer
      Steffen Storck

  2. Hallo, seit Jahren mache ich an den verschiedenen Kirchtürmen unserer Region Musik und profitiere sehr von den unterschiedlichen Gottesdiensten und deren Predigten. Oft bekomme ich so ganz neue „Anregungen“. Ich möchte diese Vielfalt inzwischen nicht mehr missen. Pastorin Meers hat neulich in einer Predigt noch einmal erklärt, dass das Bekenntnis „Ich bin Christ!“ bedeutet, dass ich an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus glaube.
    Im Rahmen dieses Glaubens finde ich es nicht schwierig, meinen Bruder/ Schwester auf seinem/ ihrem Lebensweg und seinen/ ihren daraus resultierenden Erkenntnisse „sein zu lassen“. So schließt Vielfalt die Einheit nicht aus, wenn wir um alles (frei nach Paulus) „das Band der Liebe binden“. Gleichzeitig brauche ich über die Vielfalt hinaus einen Ort, wo ich die Möglichkeit habe, intensiver über persönliche Belange zu sprechen und dabei gezielt in die Bibel zu schauen. Deshalb ist mir der Hauskreis so wichtig, da ich dort in besonderer Weise Gemeinschaft, Lehre und Gebet erfahre. Ich sehe im Moment für unsere große Gemeinde viele Chancen und Möglichkeiten, die wir nutzen sollten. Eure Bärbel

  3. Mich hat der Einstieg mit „I have dream …“ sehr berührt und angeregt. ich habe nämlich auch so meine Träume!
    Vielleicht kriegen wir was zuwege?!? Frau Kähler hatte gute Ideen für die Arbeitsform!
    Ich nehme die Anregungen mit ins PastorInnenteam!
    Was ich meine verstanden zu haben in der kurzen Zeit, die ich dabei bin: Die Gemeinde ist sehr groß. Es fehlt an Übersichtlichkeit und Durchschaubarkeit .. .bei allen.
    Vielleicht finden wir ein Leitbild, um das sich alles und alle sortieren können!
    Ein Traum!
    Ich mag ja sehr das Stichwort „Kommunikation des Evangeliums“.
    Als eine, die sich viel auch damit befasst, wie ich etwas sage (und nicht nur was ich sage), damit ich verstanden werde, bringen die beiden Worte mein Herz und meinen Verstand im Bewegung. Wie kann die „Kommunikation des Evangeliums“ wirksam geschehen? frage ich mit Ute Pohl-Patalong
    Grüße von Andrea Weigt

  4. Mir ist noch folgende provokante These eingefallen:
    Angenommen, ein bekennender (nicht militanter) Atheist käme in unsere Gemeinde und fragte: „Warum macht ihr das, habt ihr nichts Besseres zu tun?“
    Was würden wir antworten?

    Margit

  5. Ich würde es sehr begrüßen, wenn wir ein Leitbild entwickeln könnten. Es sollte von einer Gruppe mit Teilnehmern aus allen vier Standorten erarbeitet werden und klar gegliedert sein. Die Themen sollten sehr konkret benannt werden und jeweils mit mindestens einem Ziel versehen sein, dessen Erreichung jährlich überprüft wird. Ein solches Leitbild wirkt auf alle Mitwirkenden hochmotivierend, vor allem wenn erkennbar ist, was alles konkret erreicht werden konnte. Nicht-Christen sollten aus dem Leitbild klar und eindeutig verstehen können, was wir glauben, wofür wir eintreten und wie wir miteinander umgehen.

  6. Nun ist mehr als ein Jahr vergangen und am 21. Januar 2012 soll in einer Gemeindeversammlung der Stand der Entwicklung vorgestellt werden. Natürlich ist es schwierig, eine beschlußfähige Formulierung zu finden, soll doch einerseits die gesammte Bandbreite der Gemeinde mit hineingenommen werden und anderseits keiner vor den Kopf gestoßen werden. Möglicherweise kommt jemand auf die Idee und fordert das ein, was dort versprochen wird.
    Abendmahl zum Beispiel, ja Abendmahl ist wichtig, aber einmal im Monat ist genug, oder Kinder – und Jugendarbeit, oder , oder ….
    Zitat: Die 10 Gebote sind deshalb so kurz und verständlich, weil sie ohne Mitwirkung einer Sachverständigen-Kommission entstanden sind. Charles de Gaulle
    Nicht ganz so kurz, aber zumindest stimmt der zweite Absatz:
    Grundlage ist das Evangelium
    Grundlagen für dieses Leitbild sind das Evangelium Jesu Christi und unser christlicher Glaube. Aus diesem Glauben leben und handeln wir. Mittelpunkt unseres gemeindlichen Lebens ist der Gottesdienst, vor allem die Feier der Eucharistie. Wir feiern die Verbundenheit mit Gott und untereinander und schöpfen daraus Kraft für die Bewältigung der Aufgaben und Herausforderungen, vor die der Alltag uns stellt.
    aus http://www.st-matthaeus.de/leitbild.htm

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*